
In der Agenturwelt und der New-Work-Bubble feiern wir uns gerne für unsere Progressivität. Wir reden über Shared Leadership, Work-Life-Blending und flexible Remote-Optionen. Doch wenn man den Vorhang der hippen Glaskästen beiseite schiebt und in die privaten Wohnzimmer blickt, regiert oft noch ein Relikt aus dem Industriezeitalter: Die Entscheidung nach dem aktuellen Netto-Lohnzettel.
„Schatz, du verdienst doch eh fast nichts – bleib doch einfach zu Hause (oder geh in Minijob-Teilzeit).“ Dieser Satz ist der Endgegner jeder modernen Unternehmenskultur.
Wenn Paare am Küchentisch entscheiden, dass die Person mit dem geringeren Einkommen die Care-Arbeit übernimmt, nennen sie das „wirtschaftlich vernünftig“. Aus Agentursicht und gesamtökonomischer Perspektive ist es jedoch ein Desaster.
Teresa Conrad, Expertin für Geld, Zeit und Rollen, macht in der aktuellen Folge von Kreativchaos und Kaffeepause deutlich, dass wir hier eine massive Fehlkalkulation betreiben. Wir bewerten Arbeit nach dem aktuellen Cashflow, ignorieren aber die langfristigen Abschreibungen:
Die Krux: Wir verlangen von Arbeitnehmern und Gründern im Jahr 2026 absolute Performance und digitale Agilität. Gleichzeitig arbeiten wir in Deutschland mit einer sozialen Infrastruktur, die noch immer auf dem Ernährermodell der Nachkriegszeit basiert. Wenn Kitas um 14 Uhr schließen und das Schulsystem bei jedem Schnupfen kollabiert, wird die „Flexibilität“, die wir in Agenturen so schätzen, zur reinen Privatsache der Mitarbeiter.
Das Ergebnis? Hochqualifizierte Fachkräfte (meistens Frauen) werden aus dem Markt gedrängt, nicht weil sie nicht wollen, sondern weil die Kalkulation am Küchentisch gegen sie ausfällt.
Mein Take aus acht Jahren Selbstständigkeit und unzähligen Podcast-Stunden: Flexibilität ist kein Benefit, den man gewährt – es ist eine Management-Strategie. Ich selbst habe mich bewusst für ein Modell entschieden, das mir erlaubt, um 13 Uhr bei den Kids zu sein. Nicht als „Notlösung“, sondern als Teil eines bewussten Team-Designs.
Wir müssen aufhören, über Arbeitszeitmodelle zu sprechen, ohne über die ökonomischen Realitäten dahinter zu reden. Wer über New Work spricht, muss auch über den Gender Pension Gap und faire Finanz-Set-ups in Partnerschaften sprechen.
In dieser Episode gehen wir mit Teresa Conrad dahin, wo es wehtut. Wir analysieren, warum das System uns in veraltete Rollen drängt und wie wir (als Paare und als Unternehmer) gegensteuern können.
Kein BlaBla. Strategien, Tipps und Tools die wir selbst nutzen.
Keine Standard-Anfragen. Wir suchen Partner für Innovation und Wachstum. Wenn du bereit bist, dein Geschäftsmodell neu zu denken, sind wir es auch.
Erzähl uns von deiner Vision. Was willst du verändern? Aber fass dich kurz – deine Zeit ist teuer, unsere auch. Keine Romane, nur Fakten.
hello@4everglen.deWir lieben den direkten Austausch. Falls die Mailbox ran geht sind wir bei der Arbeit oder haben Familytime. Wir rufen zurück!
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Waiblingen im Remstal